Nähere Informationen zum Projekt "Graues Gold" finden sie hier
Erschienen am 05.10.2011 in der Borkener Zeitung
Bewohner auf vier Pfoten

Das Haus Maria Veen und der Dorstener Verein „Graues Gold“ wollen enger zusammen arbeiten.
Geplant ist eine Begegnungsstätte „Mensch-Tier“, in der sich Bewohner um einen Hund oder um
eine Katze kümmern können.
(Foto: Liebetanz)
MARIA VEEN (lie). Das Haus Maria Veen erhält in Zukunft neue Bewohner: Hunde und Katzen, später vielleicht auch Nager und Vögel, Ziegen, Schafe und Kleinpferde. Denn die Einrichtung für Wohnungslose - genauer: der Trägerverein „Katholische Arbeiterkolonien in Westfalen“ hat jetzt einen Kooperationsvertrag mit dem Dorstener Verein „Graues Gold“ geschlossen. Geplant ist auch der Bau eines Trainingsplatzes, um etwa das Gehen des Hundes an der Leine oder Agility zu üben.
Seit längerem kommen Mitglieder des Vereins „Graues Gold“ mit Hunden zur Visite ins Seniorenheim St. Ludgerus in Groß Reken. Und seit Februar auch ins Seniorenheim nach Maria Veen. Durch den Kontakt zwischen der Vorsitzenden Iris Koczwara und Manfred Lehmkuhl vom Haus Maria Veen ist dieses Projekt entstanden, das langsam wachsen soll. Und Ulrike Schmidt und Peggy Reimer, Studentinnen der Sozialpädagogik, schreiben über dieses Thema ihre Abschlussarbeit.
Das Projekt startet mit zwei Hunden aus dem Tierheim. Geeignete und interessierte Bewohner des Hauses Maria Veen können sich im Rahmen ihrer Tagesstruktur ab Mitte November zunächst um die Vierbeiner kümmern. Nach der Versorgung morgens kommen die Hunde in ein eingezäuntes Gelände mit Unterständen. Mittags steht ein Spaziergang an - zunächst unter Aufsicht, dann eigenverantwortlich. Nach der Arbeit bringen die Bewohner dann die Tiere ins Nachtlager. Dafür wird ein Gebäude auf dem weitläufigen Gelände umgebaut. Auch dabei sollen die Bewohner eingebunden werden, sagt Lehmkuhl.
Zwölf Bewohner, so Peggy Reimer, hätten bereits Interesse am Umgang mit Tieren geäußert - „Tendenz steigend“. Doch alle Verantwortlichen wollen das Projekt langsam wachsen lassen. Denn Verantwortung für die Tiere bedeutet auch, dass sie langfristig betreut werden, möglichst von derselben Bezugsperson. „Und es sind auch Investitionen“, sagt Lehmkuhl.
Auch eine Katzenstation für in Maria Veen lebende Samtpfoten ist geplant. Die frei laufenden Katzen sollen eine medizinische Grundversorgung erhalten, gechipt und kastriert werden. Dann sollen die Katzen wieder frei gelassen werden. Den Zuwachs der „Wildkatzen“ will man mit einer Futterstelle reduzieren.
Eingeladen, an dem Projekt teilzunehmen, sind aber auch Interessierte aus dem örtlichen Umfeld. Das Haus Maria Veen könne sich mit diesem Projekt noch besser in die örtliche Struktur einbetten, hoffen die Beteiligten. Dass die Kommunikation zwischen Bewohnern und anderen Bürgern gut funktioniert, beweist Lehmkuhl zufolge die Tatsache, dass die heimische Wirtschaft das Projekt freundlich unterstütze.
